Stufenplan gibt klare Perspektive

Aktualisiert: Mai 21


Wie geht es weiter im hessischen Fußball?

Angesichts der sinkenden Infektionszahlen hat das Kabinett der Hessischen Landesregierung über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten und neue Regelungen in einem Stufenplan festgelegt. Diese werden schrittweise gelten, sobald in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100 sinkt und die Maßnahmen der Bundesnotbremse dort nicht mehr greifen. Die neuen Maßnahmen sollen in einer ersten Stufe in den Landkreisen oder kreisfreien Städten greifen, die an oder ab dem 17. Mai nicht mehr unter die Beschränkungen der Bundesnotbremse fallen. Eine zweite Stufe sieht weitere Lockerungen vor, falls die Inzidenz nach der Stufe 1 weitere 14 aufeinanderfolgende Tage unter 100 oder sobald sie fünf aufeinanderfolgende Tage lang unter 50 liegt. In Stufe 1 ist der Sport entsprechend den Kontaktregeln möglich. Der Gruppensport für Kinder (bis einschließlich 14 Jahre) kann wie bisher ausgeübt werden. In der zweiten Stufe darf Fußball sogar Mannschaftssport – unter Einhaltung von Hygieneauflagen – praktiziert werden. Ein aktueller Test wird hierbei empfohlen. „Diese Maßnahmen geben uns die Hoffnung, dass wir in vielen Landkreisen und Städten bald wieder auf dem Platz stehen und Fußball spielen dürfen. Der Plan zeigt, dass sich das Einhalten der Beschränkungen auszahlt und wir hoffentlich in naher Zukunft wieder alle gemeinsam auf dem grünen Rasen kicken dürfen. Darauf freuen sich die hessischen Vereine, die Spielerinnen und Spieler und wir uns als Verband sehr“, erklärte HFV-Präsident Stefan Reuß.


Jeder Amateurfußballer würde gerne wieder zurück auf den Rasen, doch keiner weiß wann. Das wissen auch die Verantwortlichen nicht, die auf Grünes Licht aus der Politik warten, um ein Zeitfenster grob festlegen zu können. Quasi unumgänglich sind aktuell Gedanken über alternative Spielmodelle, damit im Falle eines erneuten Abbruchs nicht erneut ein Scherbenhaufen zurückbleibt, sondern eine Wertungsgrundlage vorhanden ist.

Fuldas Kreisfußballwart Thorsten Beck beispielsweise diskutiert regelmäßig in Videokonferenzen mit Verband und Verbandsspielausschuss, wie die Saisongestaltung aussehen könnte. Bis zum 30. Juni sollen die Regelungen der Bundesnotbremse bei Inzidenzen über 100 greifen. Was danach ist, weiß noch keiner. Auch nicht, wann der Kreis Fulda unter die 100 fällt, obwohl die Tendenz stimmt. „Ich denke, dass es noch ein bisschen dauert, bis wir auf den Platz können und eine Freigabe für Kontaktsport bekommen“, sagt Beck, ohne einen zeitlichen Rahmen nennen zu wollen. Vor Ende August wird aber wohl nichts gehen. Fuldas Regionalbeauftragter Erhard Zink plädiert in jedem Fall für sechs Wochen Vorbereitung. „Es wurde fast ein Jahr nicht gespielt“, so Zink. Zuerst brauche es Grünes Licht von den Behörden, „sonst haben wir keine Chance. Zuerst müssen auch die Kinder wieder trainieren dürfen“. Das dürfen sie bei einer Inzidenz von unter 100 nach den neuesten Beschlüssen wieder, allerdings dauert es danach noch zwei Wochen, bis Mannschaftssport und damit Training wieder erlaubt ist, die Inzidenz muss stabil bleiben – und noch dazu kann das von Kreis zu Kreis unterschiedlich sein. Zinks aktuelle Einschätzung: Kein Punktspiel vor September. Die Lage bessert sich durch sinkende Inzidenz- und steigende Impf-Zahlen. Doch ob eine komplette Saison 2021/22 drin ist, kann niemand vorhersehen. „Wir machen uns Gedanken über andere Spielkonzepte“, sagt Beck. Noch ist dahingehend natürlich nichts abgestimmt, aber der Hofbieberer weiß: „Man muss den Vereinen etwas mit an die Hand geben, worauf sie sich verlassen können“. Wichtig sei, eine Wertungsinstanz als Rückzug zu haben, weshalb Becks Gedankenspiele eine Einfachrunde enthalten. „Die bekommt man durch und kann darauf aufbauen“. Die Kritik, dass das ob vermeintlich schwerer Auswärtsspiele nicht fair sei, höre er jetzt schon, „aber es ist so in einer Pandemie. Es muss Lösungsmöglichkeiten geben, wir können nicht nochmal annullieren“. Ob nun Einfachrunde, Playoffs, oder etwas ganz anderes. Auch die Vereine haben ihre Ansichten, verständlich ist für Beck natürlich aus wirtschaftlicher Sicht der Wunsch nach einer „normalen“ Saison. Gar keine Alternativen auszuarbeiten, hält er aber für nicht angebracht: „Wir wissen ja nicht, ob wir eine ganze Saison hinkriegen“. Was aber wohl jeder unterschreiben dürfte, sagt der Kreisfußballwart hintenraus: „Wichtig ist, dass die Zuschauer wieder auf den Platz dürfen“.

(Osthessensport)



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